Presseinformationen

Presseinformation der Hansestadt Lüneburg zum Abschluss der Restaurierung:

Glückliches Ende für die Sanierung des Roten Hahns – Lüneburger Bürgerstiftung sagt Danke!

(sp) Lüneburg. Er liegt unerwartet in einer eher unscheinbaren Nebenstraße der Lüneburger Innenstadt – und bezaubert mit Attributen, die Elke Frost, Vorstandsvorsitzende der Lüneburger Bürgerstiftung, so beschreibt: „Einer der schönsten Orte in Lüneburgs geschäftiger Innenstadt ist der Hof des ,Roten Hahn‘. Ein stiller Ort, die neu gepflanzte Hainbuche gut angewachsen, umgeben von jahrhundertealten Fachwerkgiebeln, mit Backsteinen im Kloster-format, kleinen bleiverglasten Fenstern unter schmückenden Tausteinbögen, einer winkligen Treppe, Kopfsteinpflaster und einem Gärtlein mit Blick auf St. Nicolai.“  Die Lüneburger Bürgerstiftung hat sich in den vergangenen Jahren stark gemacht, um das historische Gebäudeensemble zu erhalten und mit neuem Leben zu füllen. 

Nun ist das Ziel erreicht: Die aufwändige, jahrelange Sanierung und Restaurierung ist beendet. Am Sonntag, 9. September 2018, bei einem kleinen Empfang im Hof des Roten Hahns hat die Lüneburger Bürgerstiftung das Ergebnis feierlich allen Förderern und Mäzenen präsentiert, sowie Handwerkern, Nachbarn, Mietern und Freunden des alten Hauses.

Oberbürgermeister Ulrich Mädge bekannte sich zum Roten Hahn als Teil des kulturellen Erbes der Stadt und – mit seinen Bewohnern aus dem kulturellen und künstlerischen Bereich – als Stück Kulturpolitik. Er bedankte sich für die vielfältige Unterstützung und sagte: „Dieses große bürgerschaftliche Engagement zeichnet unsere Stadt aus.“ Architekt Gunnar Schulze erläuterte kurz einzelne Schritte und Aufgaben der Restaurierung. Für einen der großen Mäzene spricht Christian Burgdorff vom Arbeitskreis Lüneburger Altstadt. Ferner erläutert Uwe Lüders sein Konzept für die von ihm gespendete Stipendiatenwohnung. Und schloss mit den Worten: „Allmählich entwickelt sich das hier zu einem kleinen Kunstzentrum.“ 

Passenderweise gab es zum Fest vielfältige Musik, von einer Gruppe des Stadtorchesters, die unter dem Motto Jung und Alt musiziert, ebenso wie von Kufa e.V. (Kunst und Kultur von Allen für Alle), beide Partner der Lüneburger Bürgerstiftung, sowie von Evans Nierenz, einem der Künstlermieter des Roten Hahns. Alle Beteiligten zollten vor allem auch Elke Frost großes Lob für ihren Einsatz – die gab es wieder zurück und dankte dem Oberbürgermeister („dass wir überhaupt beginnen konnten, ist eindeutig Ihnen zu verdanken“) und fand würdigende Worte für alle Mitstreiter und Spender („für mich sind Sie alle Mäzene“) gleich welcher Höhe.

Der Rote Hahn – er wurde im Jahre 1478 das erste Mal in historischen Akten erwähnt – diente von Beginn an der Armenfürsorge und wohltätigen Zwecken. Heute wohnen vor allem junge Künstler und Kulturschaffende in dem denkmalgeschützten Ensemble, das die Autorin Doris Böker in der Denkmaltopographie der Hansestadt Lüneburg als „eine in ihrer Geschlossenheit bedeutende Anlage im norddeutschen Raum“ beschreibt. Insgesamt gibt es dort elf kleine Wohnungen.

Die Lüneburger Bürgerstiftung ist seit 2005 im Besitz der Anlage. Wenige Jahre später förderten bauphysikalische Untersuchungen gravierende Mängel und Sanierungsbedarf im Fassaden- und Dachbereich, im Mauerwerk, an Fenstern, Türen und Treppen zu Tage. Auch energetisch war einiges zu tun. Die Bürgerstiftung und die Hansestadt Lüneburg legten ein Sanierungskonzept mit vier großen Bauabschnitten vor. Bauzeit: 2013 bis 2017. Die erste Kostenschätzung lag bei einer Million Euro, am Ende hat die Sanierung rund 1,5 Mio. Euro gekostet.

Diese Riesensumme konnte die Bürgerstiftung nur mit Hilfe der Hansestadt Lüneburg, mit der von großen Förderern und vielen privaten Mäzenen gemeinsam bezahlen. Elke Frost sagt dazu: „Allein hätte die Lüneburger Bürgerstiftung das nicht annähernd wuppen können. Dankbar haben wir unsere Unterstützer auf ei-ner Tafel im Hof aufgelistet.“ Den Empfang nutzte die Bürgerstiftung, um sich bei allen Beteiligten und Unterstützern noch einmal ganz herzlich zu bedanken und sich mit ihnen gemeinsam zu freuen. Frost: „Es ist so beruhigend zu wissen, dass so viele Lüneburger geholfen haben, dass so vielen das alte Haus wichtig ist  und viele es auch in den nächsten 500 Jahren ganz sicher schützen werden.“

Die Sanierung und Restaurierung im Überblick:

  • im Mauerwerk aus dem 16. und 17. Jahrhundert versalzene, abgeplatzte Steine einzeln ausgebaut und durch neue Ziegel ersetzt
  • Fugen in der Mauer sowie an Fenster und Türen bearbeitet
  • Schäden am Dachstuhl, im Holztragwerk, im Fachwerk und an der Fassade repariert
  • die historischen Dacheindeckungen denkmalgetreu repariert
  • Fenster und Türen aufgearbeitet 
  • energetische Ertüchtigung
  • Feuchtigkeitsschutz für den Gründungssockel
  • Schadstoffsanierung
  • alte Hofpflasterung ausgebessert und Freiflächen neu gestaltet